Die zunehmende Reizüberflutung, die unzähligen Optionen und steigende Anforderungen führen bei vielen Menschen zu einem mangelnden Gefühl an Sinn und Motivation. Wenn sich uns immer mehr Optionen anbieten, und unsere Geschäftigkeit ständig zunimmt, kann es manchmal schwierig sein, den Sinn hinter seinem Tun zu erblicken. Wir alle versuchen durch Optimierung unserer Zeit und durch das Nutzen technologischer Hilfsmittel Zeit zu gewinnen. Viele stellen jedoch fest, dass wir trotz unseren Bemühungen Zeit zu gewinnen, eher das Gefühl haben, Zeit zu verlieren. Dafür verantwortlich sind sicher die steigenden Anforderungen in unserem Umfeld, sei dies privat oder beruflich, aber auch die unbremsbare Geschäftigkeit, die sich bei vielen zunehmend einstellt. Ohne zu wissen, von was man getrieben wird, ist man ständig damit beschäftigt irgendwas zu tun.

Das busy-being-busy-Syndrom hat viele von uns erwischt. Das Problem mit dem busy sein ist, dass wir zu viel Energie aufwenden, um den Alltag zu bewältigen. Zudem führt es dazu, dass wir mehr oberflächliche Erlebnisse, anstatt tiefgründige Erfahrungen anhäufen. In genau diesen tiefgründigen Erfahrungen schaffen wir jedoch Raum für Sinn und Motivation. Es sind Erfahrungen, die uns auf einer tieferen Ebene berühren und in unsere Erinnerung und Identität fliessen.

Wenn wir ständig busy sind, laufen wir in die Gefahr blind im Autopiloten oder zweckmässig zu handeln. Zweckmässiges Handeln bedeutet, einem diffusen Impuls zu folgen, um sich kurzfristige Vorteile zu erschaffen. Es ist ein Agieren um des Erfolges Willen. Ein tieferer Grund fehlt uns beim alleinigen zweckmässigen Handeln. Das Gegenteil hierzu wäre sich wieder vermehrt auf sinnvolles Handeln zu fokussieren: ein Handeln, das unsere Werte miteinschliesst und eine höhere Bedeutung hat. Wenn man diese Werte erst einmal für sich herausfiltriert hat, kann man sein gesamtes Handeln diesen Werten unterstellen. Beim sinnvollen Handeln geht es folglich viel mehr darum, wie und warum wir etwas tun. Es geht weniger darum, was wir tun.

Wir können Sinn im Leben nicht erzwingen aber wir können den dafür notwendigen Raum schaffen. Man wird feststellen, dass, wenn man sein Handeln nach Sinnvollem ausrichtet, ein Gefühl des Eins-Seins entsteht. Unsere Geschichte und unser Weg wird Sinn ergeben. Unser Sein wird sich stimmig anfühlen. Sein Leben nach seinen obersten Werten auszurichten, ist gleichermassen ein Lebenszustand als auch ein Bewusstseinszustand. Es ist der Weg vom doing zu being und schliesslich zu become. Damit wir werden können, wer wir sein könnten, müssen wir uns erstmal kennenlernen und hinterfragen. Dann können wir unsere Fassade Stück für Stück auflösen, um ein Leben in Wahrheit und nach unseren höchsten Werten zu führen. In diesem Zustand wird sich Sinn von allein einstellen.