Achtsamkeit unterstützt uns in hektischen, anspruchsvollen Zeiten nicht den Überblick zu verlieren, fokussiert zu bleiben und unser Stressempfinden positiv zu beeinflussen. Achtsamkeit wird auch als bestimmte Form der Aufmerksamkeit bezeichnet, die sich durch ein waches, wertfreies Beobachten auszeichnet. Wenn man achtsam ist, erkennt man den Augenblick so an wie er gerade ist und nimmt sich und sein Umfeld durch eine verstärkte Auffassung wahr.

Chronischer Stress schadet dem Körper

Wenn wir oft gestresst sind, kann dies unseren Körper schädigen. Die Symptome von Stress können ganz unterschiedlich sein. So können sie sich zum Beispiel auf der körperlichen Ebene in Verspannungen, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Zähneknirschen, Schlafstörungen, Rumination (=Gedankengrübeln) oder Verdauungsprobleme äussern.
Zu oft findet man Ausreden für diese Symptome oder schiebt das Angehen seiner Probleme vor sich her. Dass man sich damit noch viel mehr schadet, wird den meisten erst zu spät bewusst. Ich bin überzeugt, und so bestätigt es die Arbeit mit meinen Klienten immer wieder, dass körperliche Signale ihre Berechtigung und ihren Grund haben. Wir sollten lernen, unserem Körper wieder zuzuhören und seine Signale ernst zu nehmen.

Achtsamkeitstraining hilft ein Bewusstsein für die eigenen Blockaden zu schaffen und zu lernen, dem Körper wieder mehr Gehör zu schenken. Wann sind die Signale besonders stark? Was kann ich tun, wenn ich mich verspanne oder unwohl fühle? Man lernt die eigenen Empfindungen zu- und schliesslich loszulassen. Man wird feststellen, dass wenn unser Geist zur Ruhe kommt, auch viele negative Gefühle oder Blockaden sich auflösen und ihre Kraft über uns verlieren

Die Gedanken lenken und die Aufmerksamkeit kontrollieren

Viele Menschen identifizieren sich komplett mit ihren Gedanken. Wenn diese Gedanken von negativen und sorgenvollen Inhalten gesteuert werden, kann dies sehr belastend sein. Aus unseren Gedanken entstehen unsere Gefühle, aus den Gefühlen unsere Haltung und aus unserer Haltung unsere Handlungen. Wenn wir ein positives Selbstbild und Vertrauen haben, haben wir ganz andere Erwartungen an unser Leben als wenn wir ein negatives Selbstbild haben.

Im Achtsamkeitstraining erfahrt man, dass man nicht nur aus seinen Gedanken besteht und das aktuelle Selbstbild nicht starr ist. Es kann sehr befreiend sein zu lernen, wie man seine eigenen Gedanken wertfrei beobachten und schliesslich immer wie mehr steuern kann. Möchte ich meine Aufmerksamkeit auf das Positive oder Negative im Leben lenken? Dies ist eine bewusste Wahl, die jeder von uns treffen kann. Unser Geist ist unveränderbar und wir können ihn schulen. Mit Achtsamkeit baut man durch eine wertfreie Haltung eine Distanz zu den eigenen Gedanken auf und lernt seine Aufmerksamkeit bewusster zu steuern.

Indem man seinen Gefühlen Raum gibt und diese zulässt, lernt man Schritt für Schritt diese besser zu verstehen und zu kontrollieren. Ist dies nun Wut oder Trauer? Woher kommt dieses Gefühl?

Entschleunigung im Alltag

Viele Menschen sind heute getrieben und rennen nur so von einer Aktivität in die nächste. Zeit zum Innehalten bleibt keine.

Achtsamkeit hilft uns wieder zu entschleunigen. Den Druck und Stress von aussen kann man nicht ändern aber man kann verändern, WIE man damit umgeht. Man erfährt wie man seinen Geist über den Körper und umgekehrt beruhigen kann. Durch verschiedene Übungen lernt man sich auch in stressvollen Zeiten zu entspannen und entwickelt zunehmend innere Stärke.

Achtsamkeit bedeutet auch, die aktuelle Lebenssituation so zu akzeptieren wie sie ist – ohne Druck und Stress

Was ist Achtsamkeitstraining?

Achtsamkeitstraining ist eine wirksame Methode zur Verbesserung der Stressresonanz, zur Steigerung des Wohlbefindens und der Entspannung, zur Kontrolle und Reduktion von negativem Gedankenkreisen (=Rumination) sowie zur Stärkung der eigenen Wahrnehmungs- und Aufnahmefähigkeit.
Während wir uns beim Coaching mehr mit den Ursachen für bestimmte Reaktionen (zum Beispiel Ursachen für Angst oder Blockaden) oder mit negativen Glaubenssätzen (zum Beispiel „ich muss mich anstrengen und immer das Beste geben“ oder „ich darf niemanden enttäuschen“) beschäftigen, geht es beim Achtsamkeitstraining mehr darum, die Dinge so zu erfahren wie sie gerade sind, eine Akzeptanz für den Augenblick zu generieren und den eigenen Stress zu bewältigen. Im Achtsamkeitstraining beruhigen, fokussieren und trainieren wir unseren Geist durch Konzentration und Einbezug unseres Körpers. Wir ziehen die Aufmerksamkeit vom „Drama“ im aussen ab und richten uns nach innen, um nachhaltig Ruhe, Vertrauen und innere Stärke zu entwickeln.

Die Wirksamkeit von Achtsamkeit

Die Wirksamkeit von Meditation hat mittlerweile das Interesse von verschiedenen Fachdisziplinen wie der Neurowissenschaft, der Psychologie oder der Medizin geweckt und es entstehen jährlich zwischen 200-250 neue Publikationen dazu. Aus den Grundlagenstudien ergaben sich viele geistige Effekte wie eine verbesserte Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Konzentration, ein besseres Gedächtnis und eine gesteigerte Kreativität und Empathie. Es hat sich gezeigt, dass sich Meditation positiv auf unsere Gesundheit auswirkt und es zu einer physiologischen Entspannungsreaktion kommt. Dieser Effekt ist der Gegenpol zu Stress und wird in den meisten Fällen als starkes Wohlbefinden wahrgenommen. Hiervon profitiert auch das Immunsystem: durch Meditieren kann man positive Veränderungen auf mit Stress assoziierten Krankheiten wie Bluthochdruck, Schmerzen, Kopfschmerzen, Depressionen, Ängste oder Schlafprobleme erzielen. Es wird sozusagen ein Selbstheilungsprozess in Gang gesetzt, der auch einen Einfluss auf unsere Genaktivität haben kann. Es wurde vor allem bei Genen, die die Bekämpfung von zellulärem Stress (zellulärer Stress kann zu Entzündungsreaktionen und Begünstigung der Zellalterung führen) beeinflussen, eine positive Wirkung festgestellt.

Ganz allgemein zeigten die Studien, dass Meditieren die Präsenz im Alltag steigert. Aus der Perspektive der neurologischen Wirkungen führt sie zu einer verstärkten Aktivität der Hirnareale die für die Konzentration und Aufmerksamkeit verantwortlich sind. Bei Langzeitmeditierenden konnte sogar eine Zunahme der grauen Substanz in den Bereichen des Gehirns für Selbstwahrnehmung, Vernunft, Gedächtnis und Prozessieren von Sinneswahrnehmungen erkannt werden. Wir können folglich durch regelmässiges Meditieren die Leistungsfähigkeit des Gehirns gesamthaft verbessern.