Wir alle haben schon Niederlagen erlitten. Jeder von uns wollte mal etwas erreichen und hat es nicht geschafft. Manche haben auch auf dem Weg dahin aufgegeben. Das Gefühl vom Scheitern ist ein Gefühl, das den meisten Menschen Angst macht. Viele gehen deshalb erst gar keine Risiken ein. Andere wiederum konzentrieren sich krankhaft auf die Vermeidung riskanter Situationen anstatt den Fokus auf Chancen zu richten. Sie sehen überall nur das Risiko und verpassen dadurch viele Möglichkeiten im Leben.

Es geht hier nicht um Dinge wie dem Scheitern einer Beziehung oder dem Verlieren eines Jobs. Es geht vielmehr um Situationen, in welchen man sich durch seine eigenen negativen Glaubensätzen im Weg steht, von Ängsten dominiert wird oder sich durch die Meinung anderer zu stark beeinflussen lässt. Diese negativen Gedankenmuster hindern einem nicht nur am Erfolg, sondern ziehen sich wie ein roter Faden durch alle Lebensthemen hindurch.

Oft werden Ängste besonders stark, wenn sich die grössten Chancen auftun. Sie sind dann so überwältigend, dass man vor lauter Angst und Druck die Chance nicht mehr sieht oder sie klein redet. Man sucht Entschuldigungen und wendet sich schnell wieder dem Vertrauten zu. Chancen zwingen Menschen oft, sich auch den tiefsten Ängsten und Befürchtungen zu stellen. Aus diesem Grund werden so viele Möglichkeiten im Leben verpasst. Viele Möglichkeiten kommen jedoch meist nur einmal und dann nie wieder. Hier sind 4 spezifische Gründe, die einem am Erfolg hindern und dazu führen, dass man immer wieder scheitert.

Du sorgst dich zu stark um die Meinung der Anderen

Viele Menschen mögen es nicht, wenn sich Andere ändern oder etwas tun, dass ihnen seltsam, ungewohnt, naiv, arrogant oder zielstrebig vorkommt. Es macht ihnen Angst, und sie können sich wenig mit Unbekanntem anfreunden. So passiert es schnell, dass man sich von Nein-Sagern umgeben fühlt, die einem tausend Gründe aufzählen können, weshalb unser so grandioser Plan schlecht ist. Sie finden viele Argumente, weshalb man etwas nicht tun sollte, aber keinen, weshalb man es tun sollte. Solche Menschen sind getrieben von Angst und Zweifeln und lehnen alles Unbekannte vorerst mal ab. Ein solches Verhalten kann beim Empfänger viele Selbstzweifel auslösen, und man beginnt sich zu hinterfragen. Plötzlich sieht man sich in einem Wald voll von Befürchtungen und findet Gründe, weshalb man seinen Plan doch nicht verfolgen sollte. Die Leidenschaft und die Vision, welche Auslöser für diese Reise waren, verblassen und scheinen immer wie weiter entfernt. Man beginnt sich zu fragen, ob man wirklich so viel Risiko eingehen möchte, oder ob man vielleicht doch ein wenig naiv ist.

Wenn man also wirklich erfolgreich sein möchte, muss man lernen, sein Umfeld gut auswählen und zu schützen. Ein Umfeld aus Nein-Sagern, die jede neue Idee schlechtreden schadet einem nur. Darum sollte man sich mit Menschen umgeben, die einem gut gesinnt sind und unterstützen. Nichtsdestotrotz ist es nützlich zu lernen auch mit Nein-Sagern umzugehen und ihre Präsenz zu akzeptieren. Wenn man persönliche Ziele anstrebt, geht es auch darum zu akzeptieren, anders zu sein und nicht mehr allen zu gefallen. Wer ein Angebot sucht, das allen gefällt, und es allen recht machen möchte wird nicht weit kommen.

Du hast es verpasst dir Feedback einzuholen

Nur wer sich regelmässig Feedback einholt, kann sich auch verbessern. Manche Menschen scheuen sich jedoch vor Feedback, sei es aus Unsicherheit oder Arroganz. Sie verpassen es sich weiterzuentwickeln und sind zunehmend von ihren möglichen Kunden isoliert. Sie bekommen einen Tunnelblick und erhalten immer wie weniger Inputs von aussen. Mittlerweile gibt es genug Studien die belegen, dass mangelnder sozialer Kontakt genauso schädlich wie rauchen sein kann.

Solche Menschen scheuen sich vor Meinungen von anderen, da es ihnen an Demut fehlt, und sie nicht zugeben können, etwas nicht gewusst zu haben oder falsch zu liegen. Sie argumentieren gegen jede Meinung und verteidigen ihre Idee bis zum Ende. Sie sind nicht fähig Feedback als das hinzunehmen, was es auch ist: eine neutrale Rückmeldung an den Empfänger, mit dem Ziel ihm andere Perspektiven und Handlungsoptionen aufzuzeigen. Vielmehr sieht sich ihr Ego der ernsthaften Gefahr gegenüber vernichtet zu werden und nimmt eine Verteidigungsposition ein.

Aus diesem Grund ist es so wichtig, auch zu seinen Schwächen zu stehen und Fehler zugeben zu können. Jeder von uns sollte sich zum Ziel machen immer wie besser zu werden und von seinen Mitmenschen möglichst viel zu lernen. Hierzu muss man aber rausgehen und auf Menschen zugehen. Diesen Feedback Loop sollte man möglichst oft wiederholen: eine Idee entwickeln – Feedback einholen – Feedback integrieren und darauf reagieren – erneutes Feedback einholen. Menschen, die Feedback liefern, möchten einem meistens ernsthaft unterstützen und sind nicht darauf aus, jemanden zu beleidigen. Man sollte es also nicht als persönlicher Angriff gegen seine Person verstehen, sondern dankbar dafür sein, dass man die Chance erhält sich zu verbessern.

Du lässt dich ständig ablenken

Der Durchschnittsmensch verbringt heute täglich 2.1 Stunden in Ablenkung und wird alle 11 Minuten von seiner Tätigkeit abgelenkt. Die Verlockungen sind gross und überall lauert die Unterhaltung: Facebook, Twitter, Online Magazine und viele weitere Social Medias bieten im Sekundentakt Neuigkeiten. Es fällt den meisten immer wie schwerer sich lange auf eine Sache zu konzentrieren. So verpasst man auch immer wie mehr die Gelegenheit, in einen Zustand des Fliessens (Flow) zu kommen, in welchem oft die besten Arbeitsfortschritte erzielt werden. Im Fliessen kann man vollständig in seinem Tun aufgehen und erreicht oftmals Höchstleistungen. In diesem Zustand verlangsamen sich unsere Gehirnwellen (sogenannte Alpha-Wellen), und wir kommen in einen ruhigen, wohligen Zustand. Spannend ist, dass obwohl wir in einen ruhigen, regenerativen Modus schlüpfen, unser Gehirn trotzdem zu Höchstleistungen fähig ist. Dieses Gefühl wird oft von Sportlern beschrieben, während sie eine Spitzenleistung erzielen oder von Autoren, die in einen Schreibefluss kommen.

Ähnliches gilt auch für Multitasking. Obwohl diese Arbeitsweise für Jahre hochgepriesen wurde, ist heute klar, dass Multitasking unsere Leistung verschlechtert. James Clear beschreibt auf eindrückliche Weise was Multitasking mit unserem Gehirn macht: wenn wir unseren Fokus ständig zwischen zwei Dingen hin und her schieben, dann zwingen wir auch unser Gehirn in einem hohen Tempo hin und her zu switchen. Unser Gehirn ist jedoch nicht dafür gemacht, seinen Fokus im Minutentakt neu auszurichten, und wir bezahlen hierfür auch einen Preis. In der Psychologie wird dieser auch als „switching cost“ beschrieben. Wenn man sich alle fünf Minuten auf etwas anderes fokussiert, zum Beispiel das Prüfen seines Facebook-Status, braucht man in der Regel 64 Sekunden, um seine Aufmerksamkeit wieder auf die vorherige Tätigkeit zu lenken. Dies zeigt deutlich, dass unser Gehirn schlichtweg nicht fähig ist, sich auf zwei oder mehrere Dinge gleichzeitig zu konzentrieren ohne eine Einbusse in Kauf zu nehmen.

Wenn man erfolgreich sein möchte, ist es wichtig, seinen Fokus zu beherrschen und auf das Wesentliche zu richten. In jedem Augenblick treffen wir eine bewusste Entscheidung, wo wir unsere Aufmerksamkeit und somit unsere Energie hinlenken. Man sollte sich gut überlegen, was sein wichtigstes Ziel ist und ihm genügend Platz einräumen. Robin Sharma schlägt dazu vor, die ersten 90 Minuten des Tages für die wichtigste Sache zu nutzen, die man erledigen möchte. Viele Menschen sind in den Morgenstunden besonders produktiv, und ihr Geist ist aufnahmefähiger als im späteren Verlauf des Tages. In diesen 90 Minuten erlauben wir auch keinen Mails, Meetings oder Telefone uns zu stören. Man kann diese 90 Minuten auch mit einer kurzen Achtsamkeitsübung wie der 2-Minuten Atemmeditation beginnen, da diese uns hilft unseren Geist zu beruhigen und zu fokussieren.

Du übernimmst keine Verantwortung für dein Leben

Manche Menschen haben für alles eine Entschuldigung und reden sich alles zurecht. Einigen gelingt es sogar jede Chance, die sie aber auch aus ihrer Komfortzone und in ihre Verantwortung zwingt, schlecht zu reden und somit zu ruinieren. Vielleicht haben sie auch insgeheim das Gefühl den Erfolg gar nicht verdient zu haben und verwehren sich ihrem Glück. Fakt ist, dass unsere unbewussten Glaubenssätze hinsichtlich unserer Fähigkeiten klare Signale an unseren Körper senden. Diese Signale teilen dem Körper mit, was wir uns zumuten und im Stande sind zu erreichen und was nicht. Aus diesem Grund ist es so wichtig, auch unseren Körper mit in den Prozess hinein zu beziehen – vielleicht gelingt es uns manchmal unseren Verstand auszutricksen, aber unseren Körper können wir nicht hintergehen. Einer der weltweit führenden Traumatologen, Bessel van der Kolk, beschreibt dieses Phänomen so: „No matter how much insight and understanding we develop, the rational brain is basically impotent to talk the emotional brain out of ist own reality…Change begings when we learn to „own“ our emotional brain“ Dies wurde dank der Entwicklungspsychologie schon lange erkannt, und aus diesem Grund wird beispielsweise im Mentaltraining der Körper mit in den Prozess einbezogen. Man muss den Erfolg in jeder Zelle des Körpers spüren und ihn von ganz innen her zu lassen können.

Oft scheut man sich vor Entscheidungen. Kaum hat man eine getroffen, ist man sich sicher, man hätte doch anders entscheiden sollen. Manche Menschen verbringen viel Zeit damit, sich über mögliche Entscheidungen Gedanken zu machen aber treffen so gut wie keine. Hier gibt zwei effiziente Methoden, wie man dies ändern kann. Die eine ist die Achtsamkeit zu nutzen, um sich wieder mehr nach innen zu richten, sich besser zu spüren, sicher und ruhig zu fühlen. Aus einem friedvollen Körper-Geist-Zustand ist es viel einfacher eine Entscheidung anzugehen. Die Achtsamkeit führt dazu, dass das Kontrollempfinden und das Gefühl Einfluss auf das Leben zu haben verstärkt wird. Die zweite ist es sich zur täglichen Aufgabe zu machen, sich im Entscheiden zu üben und zu lernen, teilweise auch nichtwissend zu sein. Man muss akzeptieren, dass man manchmal entscheiden muss, obwohl man nicht weisst, wie man sich entscheiden soll. Oft gibt es kein richtig oder falsch, aber das ist nicht schlimm. Viel schlimmer ist es, all seine Entscheidungen zu hinterfragen. Dies kann sehr energieraubend sein, und man bekommt das wachsende Gefühl, nie etwas richtig zu machen. Heute werden uns so viele Optionen angeboten, aber diese Wahlmöglichkeiten verlangen auch regelmässige Entscheide von uns. Durch häufiges Nicht-Entscheiden lässt man viele Chancen an sich vorbeiziehen.

Solange man sich als Opfer seiner äusseren Umstände sieht, kann man auch keine Verantwortung für sein Leben übernehmen. Solange man nicht Verantwortung für sein Tun übernimmt, kann man auch keine Kontrolle über seine Handlungen erlangen. Natürlich gibt es da auch Dinge, die ausserhalb unserer Einflussmöglichkeiten liegen wie zum Beispiel Naturkatastrophen oder der Verlust einer wichtigen Person. Den viel grösseren Teil in unserem Leben aber, beispielsweise wie und wie oft wir Entscheidungen treffen, oder wie hartnäckig wir sind, können wir beeinflussen. Für solche Schritte kann man aktiv Verantwortung übernehmen. Es ist auch ok, sich mal falsch zu entscheiden. Dazu muss man auch lernen zu stehen. Nur weil man mal eine falsche Entscheidung trifft, stirbt man noch lange nicht. Viel unbefriedigender ist es, gar keinen Entscheid zu treffen und darauf hoffen, dass irgendjemand einem der Entscheid abnimmt.